BIBLIOTHEK DER UNTERSCHÄTZTEN BÜCHER Bei den zahlreichen Neuerscheinungen bleibt manche Kostbarkeit ungelesen. Bluetenleser hat Kritiker und Kritikerinnen gebeten, sich zu erinnern: an außergewöhnliche Bücher, die weitgehend unbemerkt blieben. Einzige Bedingung: das Buch muss vor mindestens drei Jahren erschienen sein. Einmal im Monat stellen wir hier einen Titel in die Bibliothek der unterschätzen Bücher.
Albert Vigoleis Thelen Die Insel des zweiten Gesichts 1953 ist das Buch erstmals im Amsterdamer van Oorschot Verlag erschienen und hat seitdem zahlreiche leidenschaftliche Anhänger gefunden. Für Gabriele von Arnim ist es ein hinreissendes und notwendiges Buch. "Ich bin diesem Buch verfallen, brauche es griffbereit, muß hin und wieder lesen in ihm, um mich wiederherstellen zu lassen vom verdeppenden Alltag.". Lesen Sie die "Liebeserklärung" von Gabriele von Arnim an unseren Neuzugang in der "Bibliothek der unterschätzten Bücher". >>
Gillian Rose Die Arbeit der Liebe Dieses inspirierende, glänzend geschriebene schmale Buch konfrontiert uns mit den großen Themen: mit Tod, Krankheit, Vernunft und Unvernunft, mit Familienstreit und Familienbindungen, mit Glück und den Grenzen des Glücks. Gregor Dotzauer stellt das 1996 auf deutsch erschienene Buch in die "Bibliothek der unterschätzten Bücher". >>
Natasza Goerke Abschied vom Plasma Ob Warschau, oder New York, Tibet oder Großbritannien - die Kulissen der Erzählungen von Natasza Goerke sind vielfältig. Mit sicherem Gespür für Situationskomik und ihrem Instinkt für die Skurrilität der Protagonisten findet sie überall Hintergründe für neue Geschichten, die sie mit weitschweifender Fantasie schmückt. So ist der Taxifahrer ein Dichter, die Geliebte Margareta eine Göttin, und dann sind da noch die Literaturkritiker, die so gerne die Götter wären. Claudia Kramatschek hat die Erzählungen in die "Bibliothek der unterschätzten Bücher" gestellt. >>
Yu Hua Der Mann, der sein Blut verkaufte vorgestellt von Monica Cantieni
Eine kleine Stadt in Zentralchina. Eines Tages erfährt der Seidenfabrik-Arbeiter Xu, daß man sein Blut verkaufen und damit viel Geld verdienen kann. Man muß nur hinterher im Restaurant »Zum Sieg« eine Portion Schweineleber mit heißem Reiswein zu sich nehmen und kommt dann schnell wieder zu Kräften. Von nun an will er immer dann, wenn er Geld benötigt, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Doch die Krisen in seiner Familie reißen nicht ab. .. >>
Oystein Loenn Maren Gripes notwendige Rituale vorgestellt von Carsten Hueck
Bislang kaum Beachtung fanden im deutschsprachigen Raum die Romane des Norwegers Øystein Lønn. 1936 in der Hafenstadt Kristinasand geboren, lebte mehrere Jahre in Spanien und schreibt seit 35 Jahren Romane und Novellen. "Ein vielschichtiges, raffiniert gebautes, rätselhaftes und verführerisches Stück Literatur", findet der Literaturkritiker Carsten Hueck, der den Roman, 2001 auf deutsch erschienen, in die "Bibliothek der unterschätzten Bücher" stellt. >>
Bereits 1940 erschien das Buch der australischen Autorin, geriet jedoch in Vergessenheit. Der englische Literaturkritiker Randell Jarrell hat es ein Vierteljahrhundert später wiederentdeckt. Ein Familiendrama von geradezu epischen Ausmaß, das zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts zu zählen ist. Saul Bellow meinte 1976, Christina Stead hätte den Nobelpreis eher verdient als er. Katrin Hillgruber hat den Roman für die "Bibliothek der unterschätzten Bücher" ausgewählt. >>
Er ist der große Unbekannte der niederländischsprachigen Literatur: Maurice Gilliams (1900 - 1982). 1900 in Antwerpen geboren, veröffentlichte er bis zu seinem Tod 1982 einige Gedichtbände und hat mit seiner Poetologie zahlreiche flämischen und dänische Autoren beeinflußt. Hermann Wallmann feiert den flämischen Robert Walser und stellt diesen1997 auf deutsch erschienenen Band in die "Bibliothek der unterschätzten Bücher". >>
Eine kleine Heimat in der Dichtung
1992 erschien von Jürgen Theobaldy der Gedichtband Der Nachtbildsammler. Helmut Böttiger rezensierte den Band aus dem Hause "palmenpresse" im Juni 1993 in der Frankfurter Rundschau. Schon damals fand er das Buch "am Rand der literarischen Aufmerksamkeit" und selbst "inmitten der Gegenwartslyrik mit ihren üblichen Wortprozessoren ist Theobaldys Geschichtssinn dazu angetan, zu schnell übergangen zu werden." Nun eröffnet Helmut Böttiger mit diesem Buch die Bibliothek der unterschätzten Bücher. >>